Frühschicht um 6 am 27. März 2020 - zuFRIEDEN DANKEN

Diesmal ganz anders - als Video auf youTube, aufgenommen in der Arche Noah, und zum Mitlesen

Zwischen Abend und Morgen
siehst du Spuren des Lichts

Zwischen Angst und Zusammenbruch
beginnst du zu ahnen,
dass es weitergeht

Licht-Spuren
säen Vertrauen ins Dunkel

Tastend
suchst du den Weg
und findest nur eben Halt
für den nächsten Schritt

Die Monster der Nacht brüllen leiser.

Amselton
mischt sich dazu.

Die Saat der Liebe keimt langsam
durch Tage und Nächte hindurch.

Du wartest verzweifelt
und manchmal still

Und hinter dem Horizont
wächst verhalten das Licht

Mit diesen Worten sage ich: Herzlich Willkommen zur Frühschicht aus der Arche Noah. Wir feiern sie – egal, wo wir sind – im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, verbunden miteinander im Gebet und in der Hoffnung auf Gott. Amen.

„Zufrieden danken“ heißt das Motto für diese Woche. Und, ehrlich, für mich ist das zur Zeit eine ganz schöne Herausforderung.

„Zufrieden“ ist ja schon schwierig in Zeiten von Corona. Wir alle müssen im Augenblick heftige Einschränkungen in Kauf nehmen. Ein „normales Leben“ kann auch ich grade nicht führen. Meine Gesten, meinen Körper, muss ich am Riemen reißen, einsperren. Ich kann nicht geben, was ich geben möchte – jedenfalls nicht so wie gewohnt. Darf meine Hand nicht reichen. Niemandem tröstend die Hand auf die Schulter legen. Niemanden stützen und durch Berührung signalisieren: Mein Herz ist bei dir.

Und auch ich selber sehne mich nach Nähe, Freundschaft und Zuwendung, die sich auch in Gesten ausdrücken darf. All das müssen wir gerade vermeiden.

Mein Kopf versteht, dass es notwendig ist, aber: ZUFRIEDEN macht mich das nicht.

Und dann noch: DANKEN? Wie kann ich danken, wenn ich selbst mich bedürftig und leer fühle?

Ich glaube, es geht. Aber es ergibt sich nicht von selbst. Es braucht meine Entscheidung. Mein Wahrnehmen: mein Wahrnehmen dessen, was IST und dessen, was schmerzt. Mein Anerkennen: Ja, das IST jetzt so. Und es darf auch sein.

Und dann:
Mich UMWENDEN.
Den Blick auf anderes richten, das es AUCH gibt, und UMKEHREN von dem, was mich unfrei macht. Damit ich andere Wege gehen kann. Die Freiheit der Kinder Gottes finden, weil Christus uns frei macht.

ZUFRIEDEN DANKEN:
Ich suche Hilfe dafür in Worten der Bibel, Gebeten und Liedern, und finde mit ihrer Hilfe eine Neuausrichtung meiner Gedanken. Einige davon möchte ich heute mit euch teilen und sie mitnehmen in eine Zeit der Stille. Vielleicht können wir so – über Raum und Zeit verbunden – hin zum DANKEN finden.

Bitten wir Gott um sein Mit-Gehen mit uns – in allem, was uns bewegt.

Lied: Da wohnt ein Sehnen (LHE 209)

Refrain:
Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott,
nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein,
es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück,
nach Liebe, wie nur du sie gibst.

Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir.
In Sorge, im Schmerz: sei da, sei uns nahe, Gott!

Um Einsicht, Beherztheit, um Beistand bitten wir.
IN Ohnmacht, in Furcht: sei da, sei uns nahe, Gott.

Um Heilung, um Ganz-Sein, um Zukunft bitten wir.
In Krankheit, im Tod: sei da, sei uns nahe, Gott.

Dass du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir.
Wir hoffen auf dich. Sei da, sei uns nahe, Gott!


Lesung aus dem Alten Testament für den vergangenen Sonntag aus dem Buch des Propheten Jesaja, Kapitel 54:

So spricht der HERR:
Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen,
aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln.
Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen.
Ich halte es wie zur Zeit Noahs,
als ich schwor, dass die Wasser Noahs nicht mehr über die Erde gehen sollten.
So habe ich geschworen,
dass ich nicht mehr über dich zürnen
und dich nicht mehr schelten will.
Denn es sollen wohl Berge weichen
und Hügel hinfallen,
aber meine Gnade soll nicht von dir weichen,
und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen,
spricht der HERR, dein Erbarmer.

Lied: Bleib bei uns (lautstärke Liederbuch 7)

Du siehst die Wege, die wir gehen,
was uns bewegt, hast du erkannt.
Auch wenn wir selbst uns nicht verstehen,
hältst du uns fest in deiner Hand.

Bleib bei uns, bleib bei uns, bei Tag und Nacht!
Bleib bei uns, bleib bei uns, hab auf uns acht!

Du siehst, was wir nicht mehr durchschauen,
auch wenn der Sturm sich noch nicht legt,
bist du die Kraft, der wir vertrauen,
bist du die Liebe, die uns trägt.

Bleib bei uns, bleib bei uns, bei Tag und Nacht!
Bleib bei uns, bleib bei uns, hab auf uns acht!

Du bist der Geist, der uns beflügelt,
das Feuer, das uns neu entfacht.
Du liebst das Leben, ungezügelt,
und wir vertraun auf deine Macht.

Bleib bei uns, bleib bei uns, bei Tag und Nacht!
Bleib bei uns, bleib bei uns, hab auf uns acht!

ZUFRIEDEN DANKEN in der Krise - Gedanken-Impulse dazu in Worten und Bildern:

Regenbogen über der Erde.
Hoffnungs-Zeichen.
Bund des Friedens.
Gott allen Trostes.

ZUFRIEDEN DANKEN: Bedrängnis bleibt nicht.

Zum Zeichen dafür nehme ich:

Helfende Hände vielerorts.
Rauchende Köpfe, rauchend für andere.
Herz-Kraft – für Dich und mich.

DU räumst Regale ein.
Du pflegst Kranke, betreust Kinder.
DU bringst Post und Zeitungen.
DU richtest Online Foren ein.
DU lieferst Lebensmittel, sorgst für Wasser und Strom.

Ich sage DANKE – Dir und Gott.

Helfende Hände vielerorts.
Rauchende Köpfe, rauchend für andere.
Herz-Kraft – für Dich und mich.

DU suchst nach Lösungen, Wegen für uns.
Fieberhaft, Tag und Nacht.
Leben mit dem Virus – LEBEN, nicht sterben.
Entscheiden, verwerfen, neu justieren.
Verantwortung übernehmen – und tragen.

Ich sage DANKE – Dir und Gott.

Helfende Hände vielerorts.
Rauchende Köpfe, rauchend für andere.
Herz-Kraft – für Dich und mich.

DU lächelst mir zu auf dem Weg.
Du schreibst Nachrichten, sendest Grüße.
Du rufst mich an, nimmst dir Zeit für mich.
Du betest für mich,
sendest stumm deinen Segen an meine Adresse.

Ich sage DANKE – Dir und Gott.

ZUFRIEDEN DANKEN.

Licht jedes Morgens,
Speise und Trank:

Ich bin nicht allein.
Du bist bei mir
auch wenn ich dich nicht sehe.

Wir leben,
und mitten in dem,
was nicht mehr ist,
keimt Neues auf:

Verbundenheit ohne Begegnung
Zärtlichkeit ohne Kontakt
Herz-Kraft und Segen
der fließt
von mir zu dir
und zurück.

Das alles
nährt mich
tröstet mich
gibt mir Kraft für den Tag.

In alledem:
Du selbst, Gott.
Nähe in Christus.
Unwandelbar
ewig
zärtlich
lebendig

Für mich.
Für Dich.
Für die Welt.

DANKE, Gott, für allen TROST, den DU uns schenkst.

Nehmen wir den Dank mit in einige Minuten der Stille.

Klangschale – Stille

Lied: Du bist ein Gott, der mich anschaut (LS 81)

Refrain:
Du bist ein Gott, der mich anschaut.
Du bist die Liebe, die Würde gibt.
Du bist ein Gott, der mich achtet.
Du bist die Mutter, die liebt.

Dein Engel ruft mich, da, wo ich bin.
Wo kommst du her, und wo willst du hin?
Geflohen aus Not in die Einsamkeit,
durchkreuzt sein Wort meine Wüstenzeit.

Zärtlicher Klang: Du bist nicht allein!
Hoffnung keimt auf, und Leben wird sein.
Gott hört, so beginnt meine Zuversicht.
Die Sorge bleibt, doch bedroht mich nicht.

Schauender Gott, wo findest du mich?
Hörender Gott, wie höre ich dich?
Durch all meine Fragen gehst du mir nach
und hältst behutsam die Sehnsucht wach.

Gebet

Du siehst uns, Gott.
Du kennst unsere Wege.
Du weißt um die Leichtigkeit
und um die Schwere unserer Herzen.

In Christus trägst du unsere Lasten mit
und legst deinen Geist in unseren,
belebst uns mit deinem Atem-Hauch.

So lass uns jetzt
mit neuer Kraft in den neuen Tag gehen.
Stärke alle helfenden Hände.
Gib Klarheit und
Gedanken und Worte der Weisheit
für alle rauchenden Köpfe
und lass unter uns allen
die Herz-Kraft wachsen,
die unsere Seelen lebendig macht.
Hilf uns, dass wir ZUFRIEDEN DANKEN können
- auch mitten in Zeiten der Krise.

Mit den Worten Jesu beten wir:
Vaterunser
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen.

Segen

Ich spreche den Segen mit Worten nach einem Text von Tina Willms:

Mögest du in den Tag gehen in dem Wissen:
Gott ist in Christus an deiner Seite.

Er gehe neben dir durch sonnige Zeiten und stehe hinter dir, wenn es stürmt.
Er nehme deine Hand auf düsteren Strecken und lasse deinen Fuß nicht gleiten auf steinigem Weg.

Mögest du behütet bleiben, wenn du durch dein Leben gehst, und möge das Vertrauen dich tragen:
EINER ist um dich, ist Anfang und Ende und heißt dich willkommen bei sich.

So segne uns alle
der allmächtige und barmherzige Gott,
Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Amen.