Mundschutz statt Gesang - Ihre Lydia-Gemeinde und Corona

Ab Sonntag, 10. Mai um 11 Uhr laden die Glocken der Pauluskirche die Gemeinde endlich wieder zum Gottesdienst ein. Die Gemeinde? Eine kleine und hoffentlich widerstandsfähige Gruppe, die bereit ist, es mit dem unsichtbaren Feind Corona aufzunehmen, wird sich finden. 76 Sitzplätze wurden in der Pauluskirche mit dem nötigen Abstand abgezählt.

Beim Eingang wird überall für die Handhygiene gesorgt, die Namen der Gäste werden aufgeschrieben um eventuelle Infektionswege nachvollziehen zu können.

„Kurz und Gott“ am Sonntag Kantate – in der Pauluskirche ohne Gesang der Gemeinde, so lautet die Verabredung. Der Gottesdienst dauert circa eine halbe Stunde und kann auch im eigenen Wohnzimmer mitgefeiert werden.

Alles, was geschieht, ist nur möglich, weil die Schutzbestimmungen des Landes allgemein und selbstverständlich auch in den Kirchen gelten. Das Leitungsgremium der Gemeinde, das Presbyterium, hat dem zugestimmt. Die Gemeinde tastet sich langsam vor, in Abstimmung mit allen anderen Kirchen in Kreis und Land, besonnen, vorsichtig, ein Schritt nach dem anderen und hofft dabei auf liebevolle Begegnungen, mit Abstand und in gegenseitigen Respekt voreinander und nicht bestimmt von der Furcht vor möglichen Ansteckungen.

Die Pfarrerinnen und Pfarrer sind weiterhin telefonisch erreichbar und so gerne für sie da.

Zudem stellen wir  - wie in allen katholischen und evangelischen Kirchen auch in der Lydia-Gemeinde um 19.30 Uhr eine Kerze auf – ins Fenster wo es eben passt und beten das ökumenische Gebet mit Vater Unser, wenn die Glocken läuten, wie schon um sieben Uhr morgens und um zwölf.

 

Offene Kirchen

Wir können derzeit nur wenige Gottesdienste feiern, aber vielleicht haben Sie das Bedürfnis still zu beten?
Wir sind da – an den üblichen Sonntagen, die Glocken läuten, Sie können früher oder später kommen – die Zeiten sehen Sie hier.

LaurentiuskircheSamstagjeweils 11 - 13 UhrTeam Offene Kirche
LutherkircheDienstag + Donnerstagjeweils 16 - 18 UhrPfrn. Günther
Arche NoahMittwochjeweils 16 - 18 UhrPfr. Flömer
VersöhnungskircheFreitagjeweils 16 - 18 UhrPfrn. Reinmuth

Was gut tut...

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Schreiben von Superintendent Michael Krause

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

die Lage ist offensichtlich ernster, als wir es in den letzten Wochen wahrhaben wollten. Hier machen wir derzeit einen Bewusstseinswandel durch.

Klar ist: Staatliche Verordnungen sind für uns bindend.

In den Tageseinrichtungen für Kinder und in den kreiskirchlichen Schulen ist das Betretungsverbot umgesetzt.

Auch im Leben der Kirchengemeinden kommen wir Stück um Stück zu Einschränkungen, wie wir sie bisher nicht erlebt haben.

In der Kirche betonen wir Nähe, Gemeinschaft und die enge Verbindung zueinander. Diese Werte bleiben bestimmend, auch wenn wir jetzt zu sozialer Distanznahme aufgefordert  sind. Gewohnte Formen der Gemeinschaft sind im Moment nicht möglich. Andere Formen müssen entwickelt werden. Hier gilt es findig und kreativ zu sein, um Menschen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, und ein tröstendes Wort zu finden, wo Menschen Trost brauchen.

Der Schutz der Schwächsten erfordert von uns solidarisches und konsequentes Handeln.

Der Schutz anderer ist ein Gebot der Nächstenliebe.

Auch wenn der sonntägliche Gottesdienst vor Ort derzeit nicht gefeiert werden kann, bleiben wir herausgefordert zum Gottesdienst im Alltag der Welt.

Für diesen Gottesdienst im Alltag legt der Apostel Paulus eine bestimmte Haltung nah: „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet.“ (Römer 12,12)

Michael Krause
Superintendent des Ev. Kirchenkreises Herford

Hinweise und Regelungen - Stand: 17.03.2020, 17:56 Uhr

Gottesdienste

Auch in den nächsten Wochen werden wir keine Gottesdienste in üblicher Weise feiern können (Diese Regelung gilt zunächst bis zum 30. April. Sollten die staatlichen Bestimmungen vorher gelockert werden, ist auch ein früherer Zeitpunkt möglich. Die Landeskirche geht in ihrem letzten Rundschreiben zunächst von einem Zeitraum bis zum Ende der Osterferien aus.).

Die Kirchen werden aber zu den geplanten Gottesdienstzeiten für Gebete geöffnet sein.

Über die Gestaltung des Karfreitags und der Ostertage müssen wir uns jetzt Gedanken machen. Hier ist hilfreich, wenn wir uns untereinander über Ideen und Vorhaben austauschen.

 

Gemeindebüros

Gemeindebüros arbeiten weiter zu den üblichen Zeiten, sollten aber für den allgemeinen Besucherverkehr bis auf Weiteres geschlossen gehalten werden. Kontakt soll selbstverständlich per Telefon, E-Mail oder Post gewährleistet sein.

 

Gemeindehäuser schließen

Da Versammlungen unterbleiben sollen, sind nun auch die Gemeindehäuser generell für Gruppen und Besucher geschlossen. 

 

Taufen

Taufen sind in der Regel aufschiebbar und finden derzeit nicht statt.

Nottaufen (z.B. in seelsorglichen Notsituationen bei Lebensgefahr des Kindes oder eines Elternteils) bleiben möglich.

 

Beerdigungen

Beerdigungen sind notwendig und werden durchgeführt, jedoch unter strengen Sicherheitsvorgaben: Die maximale Teilnehmerzahl ist auf den engen Kreis der Angehörigen zu begrenzen. Möglichst eine Feier im Freien auf dem Friedhof wählen, sonst in Kirche oder Trauerhalle luftige Sitzweise nach den geltenden Abstandsregeln (2m), Berührungen unterbinden.

Die Evangelische Kirche von Westfalen verhandelt gegenwärtig mit dem Land NRW über eine rechtliche Regelung für Trauergottesdienste.

 

Trauungen

Es wird auf politischer Seite noch über das Verfahren bei standesamtlichen Eheschließungen nachgedacht. Auf kirchlicher Seite führen wir Trauungen generell nicht durch, zumal sie in der Regel mit Gesellschaften und Feiern verbunden sind, die ohnehin unterbleiben müssen. Sie müssen leider neu geplant werden.

 

Konfirmationen

Konfirmationen finden nicht statt bis (zunächst) Ende April.

Es ist notwendig, den Familien jetzt Planungssicherheit zu geben, auch wenn das mit einer klaren Absage verbunden ist. Fraglich ist und bleibt natürlich alles, was im Mai stattfinden sollte.

 

Seelsorge

Seelsorge verstärkt und aktiv anbieten.

Ermutigen Sie die Menschen in dieser schwierigen Situation, zusammenzustehen und einander zu helfen. Machen Sie deutlich, wie wir als Kirchen jetzt ohne Panik zu schüren unsere Verantwortung verstehen. Wir bieten Räume und Gelegenheiten zu Gebet, Seelsorge und innerer Einkehr.

 

Kindertageseinrichtungen (Kitas)

Halten den Betrieb für Kinder von Schlüsselpersonen im Rahmen der Öffnungszeiten der Kindertageseinrichtungen aufrecht. Das Bringen und die Abholung der Kinder erfolgt an der Eingangstür der Kindertageseinrichtung. Eltern haben ein Betretungsverbot.

 

Presbyteriumssitzungen

Die Leitungsgremien müssen handlungsfähig bleiben. Presbyterien sollten nur in äußerst dringlichen Fällen unter Beachtung aller Hygienevorschriften zusammenkommen.

Die Landeskirche regt u.a. Telefon- oder Videokonferenzen an. Videokonferenzen werden bereits in der Jugendarbeit unseres Kirchenkreises praktiziert.

Im Notfall muss es aber auch die Möglichkeit zu einem räumlichen Treffen geben.

Die Landeskirche schlägt vor, einen kreativen Gebrauch von Artikel 71, Absatz 3 der Kirchenordnung Gebrauch zu machen:

„Danach können Vorsitzende und Kirchmeister in eiligen Fällen das einstweilen Erforderliche anordnen. Für diese Fälle wird ergänzend angeraten, vor der Eil-Entscheidung nach Möglichkeit eine (informelle) Abstimmung mit den übrigen Presbyteriumsmitgliedern - etwa über Telefon oder KiWi - herbeizuführen.“ In der folgenden Sitzung muss der Beschluss dann bestätigt werden.

Die Evangelische Kirche von Westfalen hat im Interesse der Eindämmung der COVID-19-Epidemie ihren Kirchengemeinden und Kirchenkreise empfohlen, alle nicht zwingend notwendigen Veranstaltungen abzusagen. Diese Empfehlung gilt vorläufig bis zum 05.04.2020 und wird fortlaufend neu bewertet.

Bis auf weiteres gelten die von den Behörden empfohlenen Schutzmaßnahmen: Risikogruppen (Alte Menschen, Kranke, Menschen mit Vorerkrankungen, Menschen mit Erkältungen) sollten sich von Veranstaltungen fernhalten. Hygienevorschriften beachten. Es gilt: die Ausbreitung des Corona-Virus soweit wie möglich zu verlangsamen und dazu möglichst die Sozialkontakte einzuschränken.

Dies ist eine besondere Situation, die uns alle vor große Herausforderungen stellt.

Wir bitten um Ihr Verständnis. Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten ist gut, aber wir sollten nicht in Panik verfallen und unser Vertrauen bewahren, dass unser Gott  uns auch in dieser schwierigen Zeit begleitet und uns seinen Geist schenkt, um die richtigen Entscheidungen zu treffen und unsere Mitmenschen nicht aus den Blick zu verlieren.

Bleiben Sie behütet!