Moses, Pharao und Co.

Wieder einmal haben die Crazy Chor Kids unter der gewohnt kompetenten Leitung von unserem Kirchenmusiker Bernd Hilke ein Musical zu einem biblischen Thema aufgeführt. Am ersten April-Wochenende wurde die Geschichte von den Israeliten in Ägypten und den Gottesplagen von den musikalischen Kindern unserer Gemeinde dargestellt und mitreißend umgesetzt.

Schon viele Monate zuvor haben die Kinder angefangen, Ideen für die Umsetzung der einzelnen Szenen zu sammeln und mit ihrem Chorleiter fleißig an den einzelnen Musikstücken geübt.

Schnell wurde klar, dass sich die Kids seit der letzten Aufführung musikalisch enorm entwickelt haben. Alle Kinder haben sowohl im Chor mitgesungen und auch Solostücke – oder Strophen perfekt vorgetragen. Das Publikum war überrascht und begeistert, man spürte die Energie und die Freude, die jedes einzelne Kind bei dem Auftritt auf die Bühne brachte. Die Sängerinnen und Sänger wurden am Klavier von Bernd Hilke individuell begleitet, waren voll konzentriert und haben mit ihren jungen Stimmen überzeugt.

Auch die schauspielerische Umsetzung des Themas ist hervorragend gelungen. Die Chor Kids konnten die gemeinsam erarbeiteten Ideen gut umsetzen und haben die bekannte Geschichte anschaulich und humorvoll erzählt .

Es wurde gezeigt, unter welchen körperlichen und seelischen Qualen die Israeliten bei den Ägyptern lebten und arbeiten mussten. Kartons wirkten in den Händen der Kinder (u.a. Jodis Haseley und Mercedes Holtkamp) wie schwere Steine und wurden zu einer Pyramide gestapelt. Die Aufseherin (Liane Struckmeyer) lies die Peitsche knallen, wenn nicht nach ihrem Wohlgefallen gearbeitet wurde.

Mit viel Gefühl spielte Laurien Kwast die Mutter von Moses, die ihren Sohn aussetzen musste. Die Tochter des Pharaos (Hanna Heine) hörte das weinende Kind und schickte ihre beiden Dienerinnen ( Hanna Kalanakis und Stella Zobel) um das Kind aus dem Nil zu retten. Sie fanden das Weidenkörbchen im Schilf und Moses Schwester Miriam (Sophie Vogt) konnte mit einem klugen Schachzug dafür sorgen, dass der Junge nun doch, zumindest für einige Jahre bei seiner Familie aufwachsen durfte.

Der erwachsene Moses (Samstag: Luis Knollmann, Sonntag: Melina Frädrich) erhält von Gott den Auftrag sein Volk aus der Knechtschaft zu führen. Gott (Merle Günther) spricht am brennenden Dornbusch mit Moses, der von seinem neuen Auftrag gar nicht begeistert war: Herr, nimm irgendjemanden Anderen – aber bitte nicht mich! Dieses wurde so anrührend gespielt, dass das Publikum unweigerlich schmunzeln musste.

Nun aber stand Moses doch vor dem unerbittlichen Pharao (Joline Vogt), der trotz aller angedrohter Gottesplagen, die Israeliten nicht ziehen lassen wollte.  Die folgenden 10 Plagen wurden teilweise szenenartig umgesetzt, ein Schneider (Milla Heine) fertigte dem Pharao einen maßgeschneiderten Schutzanzug zur Fliegenabwehr und wurde, weil er auf eine Fliege zielte und den Pharao traf, noch mit dem Tode bestraft.
Schließlich kamen auch noch einige Kinder aus dem Kindergarten Kirchstraße zu ihrem ersten großen Auftritt. Als lästige Fliegen umschwirrten sie die genervten Ägypter, als quackende und hüpfende Frösche mussten sie sterben und als Heuschrecken haben sie hinreißend einen Baum, der zuvor mit Keksen behängt war, ratzekahl leer gefuttert.

Als alle Nutztiere der Viehpest zum Opfer fielen, trauerte ein Bauer (Merle Günther) um seine heißgeliebte „Babette“ und widmete seiner ehemals fetten Milchkuh ein eigenes Lied. Erst als der Todesengel (Liane Struckmeyer) im Auftrag Gottes die erstgeborenen Söhne der Ägypter tötet, lies der Pharao seine Gefangenen frei. Aber auch das tat er bekanntlich nicht ohne Hintergedanken. Er schickte sein Heer aus um die Israeliten zu ermorden. Wieder kam Gott zu Hilfe, lies Moses das Wasser teilen und rettet somit sein Volk aus der Tyrannei.
Bei all diesen Szenen haben die Bühnen- und Kostümbildner, fleißige und kreative  Eltern der Chorkinder,  großartige Arbeit geleistet. Ohne die Mitwirkung der Eltern im Hintergrund kann so eine beeindruckende Aufführung nicht aufgeführt werden. Besonders erwähnenswert sind hier neben dem künstlerisch, kreativem Kopf der Gruppe Bernd Hilke auch Mario Knollmann und Alicia Kuhlmann, die nicht nur an vielen Probetagen unterstützend tätig waren, sondern auch bei den Aufführungen hinter der Bühne (Mario) und als Sprecherin auf der Kanzel (Alicia) mit Einsatz und Engagement dabei waren.

Insgesamt war dieses Musical ein gelungenes Beispiel, wie moderne Gemeindearbeit funktioniert und mitnimmt. Bleibt zu hoffen, dass die Crazy Chor Kids uns erhalten bleiben und die jungen Talente weiterhin mit viel Spaß und Freude an der Musik sich Neues erarbeiten werden. Sicherlich wird die ein oder andere „Große“ den Chor verlassen, aber der Nachwuchs hat sich ja schon erfolgreich als Frosch, Heuschrecke oder Fliege auf der Kirchenbühne vorgestellt.

Angela Kuhlmann

 

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